Schlüsselversicherung für Lehrer: Wirklich nötig?

Schlüsselversicherung für LehrerWenn der Lehrer den ihm anvertrauten Schulschlüssel verliert, wird vom Schulträger sehr oft veranlasst, sämtliche Schlösser, die mit diesem Schlüssel geöffnet werden konnten, auszuwechseln. Nicht selten mit bis zu fünfstelligem Rechnungsbetrag.

Ist in diesem Fall eine Schlüsselversicherung für Lehrer sinnvoll?

Zum rechtlichen Hintergrund

Müssen nach einem Schlüsselverlust sämtliche Schlösser der Schule aus Sicherheitsgründen ausgewechselt werden, trägt laut Zuständigkeitsverteilung des Schulgesetzes, der Schulträger die entstehenden Kosten.

Wer als Schulträger gilt, regelt im Einzelfall das Schulgesetz (§ 28). Laut § 27 Abs. 1 des Schulgesetzes gilt als Schulträger, wer die sächlichen Kosten der Schule trägt. Dazu gehören alle anfallenden Reparaturkosten und Instandhaltungsmaßnahmen. Beispielsweise sind die Gemeinden Schulträger der Grund- und Hauptschulen, der Realschulen, der Gymnasien und der entsprechenden Sonderschulen.

Im Schadensfall stellt sich für den Schulträger die Frage: Wer ersetzt die Kosten?

Bereits 1973 entschied der Bundesgerichtshof, dass das jeweilige Bundesland nicht für den Schaden einzutreten hat. Land und Schulträger haben die gemeinsame Aufgabe für die Unterhaltung und den Betrieb der Schule zu sorgen. Laut Bundesgerichtshof sei der Schulträger nicht als “Dritter” anzusehen, dem ein Amtshaftungsanspruch zustehen könnte.

Wer haftet dann für den Schaden?

Wie im vorherigen Absatz bereits erwähnt, hat das Land keinen Schaden, denn die Kosten des Auswechselns sämtlicher Schlösser liegen beim Schulträger.

Der Schulträger hat zwar den Schaden, aber keinen direkten Anspruch gegen den Lehrer, der in der Regel beim Land und nicht beim Schulträger bedienstet ist.

Hier kommt ein juristischer Kunstgriff ins Spiel: Drittschadenliquidation.

Das bedeutet, das Land kann für den Schulträger, den Lehrer zur Kasse bitten, sofern die Voraussetzung eines Regressanspruchs gegeben ist. Voraussetzung wäre, die Lehrkraft hat vorsätzlich oder grob fahrlässig gehandelt.

Grundsätzlich gelten folgende Fälle beim Schlüsselverlust, als grob fahrlässig:

  • Der Schlüssel des Lehrers bleibt längere Zeit ohne Aufsicht an der Klassenzimmertür stecken.
  • Der Lehrer lässt den Schlüssel unbeaufsichtigt auf dem Pult des Klassenzimmers liegen.

Lohnt sich eine Schlüsselversicherung für Lehrer?

Um diese Frage zu beantworten, muss im jeweiligen Fall zuerst geklärt werden, wann es sich bei Verlust des Schulschlüssels um grobe Fahrlässigkeit handelt.

Kann nachgewiesen werden, dass es sich um vorsätzliches Verhalten des Lehrers gehandelt hat, tritt die Versicherung nicht ein. Wurde fahrlässig aber nicht grob fahrlässig gehandelt, ist der Schulträger in der Pflicht den Schaden zu übernehmen.

Fazit

In der Praxis sieht es also nicht so aus, dass beim Verlust eines Schulschlüssels automatisch der Lehrer haftet.

Wer aber auf der sicheren Seite sein möchte, ist mit einer Schlüsselversicherung, die nur wenige Euro im Jahr kostet, gut beraten. Hier geht es zum Vergleichsrechner.