KeyMe – Ausgesperrt? Kein Problem!

KeyMe ersetzt den SchlüsseldienstMit KeyMe und KeyDublicated kannst du einfach deinen Schlüssel fotografieren und anschließend ausdrucken lassen. Damit sparst du dir die teuren Schlüsseldienst Kosten, wenn du aber nicht aufpasst, können Diebe in deine Wohnung.

Wenn du dich ausgesperrt hast, ist das eine sehr unangenehme Situation. Und mit einer Kreditkarte die Tür aufmachen, mag manchmal möglich sein, aber die Karte wird dabei zerstört. Außerdem sind die meisten Haustürschlösser zu gut dagegen gesichert. Daher muss man oft den Schlüsseldienst holen. Teilweise kann das ganz schön teuer werden.

Einen neuen Schlüssel in 30 Sekunden

KeyMe aus San Francisco arbeitet daran, ähnlich wie Noki den Schlüsseldienst zu ersetzen. Allerdings mit einem ganz anderen Geschäftsmodell. Um deinen Schlüssel nachmachen zu lassen, brauchst du nur mit deinem Smartphone deinen Schlüssel abzufotografieren. Du speicherst es mit der KeyMe App einmal ab. Bei Bedarf, gehst du mit deinem eingescannten Foto zum KeyMe-Kiosk, einem Automaten oder zu einem Schlüsselladen. 30 Sekunden benötigt der KeyMe-Kiosk, um aus deinem gespeicherten Foto einen echten Schlüssel aus Kunststoff auszudrucken. Die Kosten liegen zwischen 10 und 20 US-$.

Jeder dritte Amerikaner in den Vereinigten Staaten sperrt sich einmal im Jahr aus. Das heißt, dass pro Jahr ungefähr 90 Millionen Menschen. Bisher gibt es KeyMe allerdings nur in den USA, genau wie das Konkurrenzunternehmen KeyDuplicated. In Belgien gibt es eine ähnliche Firma unter dem Name: Key Bis zu diesem Zeitpunkt gab es auch noch keinerlei rechtliche Probleme. Der Marketingchef von KeyMe äußerte sich dazu: „Es ist uns kein Fall bekannt, in dem Diebe einen Schlüssel nachgemacht haben.“. Das heißt aber nicht, dass das nicht möglich wäre…

KeyMe öffnet Dieben Tor und Tür

Leider können sich auch Diebe diese neue App zu nutzen machen und missbrauchen. Ein Redakteur von Wired – Andy Greenberg – zeigte, dass es möglich ist. Er fotografierte den Schlüssel von einem Freund und stand 1 Stunde später in dessen Wohnung.

Angeblich haben sich die Entwickler von KeyMe zahlreiche Hürden einfallen lassen und Missbrauch vorzubeugen. Hier sind einige aufgeführt:

  • Das Foto muss auf weißem Hintergrund gemacht werden
  • Der Schlüssel muss von beiden Seiten fotografiert und
  • Im Abstand von 10 cm aufgenommen werden
  • Beim Nachmachen, muss eine Kreditkarte hinterlegt und
  • Die Adresse hinterlassen werden
  • Überwachungskameras nehmen den Bestellvorgang auf

Diese Hürden sind sicherlich begrüßenswert, aber das heißt nicht, dass man diese nicht umgehen kann.

Das Problem liegt jedoch am Schloss selbst

Das eigentliche Problem sind aber nicht die Unternehmen wie KeyMe, sondern das Schloss an sich. In der Praxis kann jeder auch ohne diese Firmen Schlüssel selbst nachmachen. Einen brauchbaren 3D-Drucker gibt es bereits ab wenigen hundert Euro. CCC-Mitglieder haben bereits 2013 gezeigt, wie sie mit Fotos normale Metallschlüssel selbst nachgemacht haben. 3D-Drucker sind also die Brücke zwischen dem Metall-Schlüssel und dem Modell aus Kunststoff. Wie gesagt, so gesehen, kann jeder im Handumdrehen zum Schlüsselhersteller werden.

Klar, einen Schlüssel nachmachen konnte man schon immer ohne Probleme. Einfach zum Schlüsseldienst um die Ecke gehen und für wenig Geld innerhalb von ein paar Minuten hattest du einen neuen Schlüssel. Es gibt nur einen Unterschied: Bisher musstest du mit dem Originalschlüssel zum Schlüsseldienst. Jetzt brauchst du nur noch ein Foto.

Nachgemachte Schlüssel problematisch im Gefängnis

Es wird nicht mehr lange dauern und man kann auch mit schlechteren Fotos Schlüssel am 3D-Drucker nachmachen. Richtig gefährlich ist es, weil man auch Handschellenschlüssel oder Schlüssel für Gefängnisse nachmachen lassen kann. Nicht auszudenken, was noch alles möglich ist…

Auch Schlüssel für Schwimmbäder, Spinde, Büros und so weiter, kann man nur mit einem Foto nachmachen lassen. Behörden werden sich darauf einstellen müssen, in Zukunft andere Sicherheitsschlösser zu nutzen.

Weitere Pläne von KeyMe sind, die Expansion nach Europa und möchte auch die Möglichkeit anbieten, Autoschlüssel nachmachen zu lassen.

 

2 Gedanken zu „KeyMe – Ausgesperrt? Kein Problem!“

  1. Ein gewöhnliches Haustürschloss lässt sich bereits mit etwas Übung und minimalem Universalditrichset in 5-20 Minuten knacken (siehe keylogger videos auf Youtube)

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